Paper presented at the 23. Münchener Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft für forensische Psychiatrie. Munich.

Implizite Erfassung sexueller Präferenz bei Kindesmissbrauchern und Kontrollprobanden durch Point-Light-Walker

Andrej König, Axel Schölmerich, Nikolaus F. Troje

Zusammenfassung: Der menschliche Gang dient nicht alleine der Fortbewegung, sondern ist darüber hinaus ein effektives Medium der sozialen Kommunikation. Auch anhand stark reduzierter Stimuli ist unser Wahrnehmungssystem aufgrund hoch spezialisierter Hirnareale in der Lage, eine Vielzahl an relevanten Informationen aus biologischen Bewegungsmustern effizient zu enkodieren. Zur Identifizierung von Geschlecht, Alter und Emotionslage des Gegenübers reichen uns meist wenige Sekunden. Mittels der in den 70er Jahren von Gunnar Johansson entwickelten Methode der Point-Light-Displays lässt sich die dynamische Information des Ganges von strukturellen anatomischen Eigenschaften trennen. Auf diese Weise wurden aus 15 Lichtpunkten bestehende prototypische kindliche und erwachsene 3D-Modelle beiderlei Geschlechts erzeugt und computergestützt einer Stichprobe von Kindesmissbrauchern (n = 65) und Kontrollprobanden (n = 68) präsentiert. In Abhängigkeit vom Alter der Point-Light-Walker zeigen sich unter anderem signifikante Gruppenunterschiede in den Attraktivitätsbeurteilungen der Stimuli. Basierend auf den Attraktivitäts-, Geschlechts- und Altersbeurteilungen der Probanden sollen mit Hilfe der Classification Regression Tree Analysis (CART) erste Klassifikationsergebnisse hinsichtlich unterschiedlicher Probandenmerkmale (z.B. sexuelle Orientierung, ICD-10-Diagnose Pädophilie, Opfergeschlecht und Opferalter) dargestellt werden.

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