Zeitschrift für Klinische Psychologie 35:286-295

Körperbildtherapie bei Essstörungen: Veränderungen der perzeptiven, kognitiv-affektiven und behavioralen Körperbildkomponente.

Silja Vocks, Tanja Legenbauer, Nikolaus F. Troje und Dietmar Schulte

Zusammenfassung. Theoretischer Hintergrund: Ein negatives Körperbild kann sich bei Essstörungen in einer Überschätzung der eigenen Körperdimensionen (perzeptive Komponente), negativen Gedanken und Gefühlen hinsichtlich des eigenen Körpers (kognitiv-affektive Komponente) sowie körperbezogenem Vermeidungs- und Kontrollverhalten (behaviorale Komponente) manifestieren. Fragestellung: Es soll überprüft werden, ob diese drei Komponenten eines gestörten Körperbildes durch ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Körperbildtherapieprogramm verbessert werden können. Methode: 24 Essstörungspatientinnen wurden vor und nach einer zehn Sitzungen umfassenden Körperbildtherapie sowie nach einem dreimonatigen Katamnesezeitraum untersucht. Ergebnisse: Während die perzeptive Körperbildkomponente nicht durch die Körperbildtherapie beeinflusst wurde, zeigten sich deutliche Verbesserungen auf der kognitiv-affektiven und behavioralen Ebene. Auch die Essstörungssymptomatik und allgemeine Belastung der Patientinnen reduzierten sich. Diese Effekte blieben über den Katamnesezeitraum stabil. Schlussfolgerungen: Die Befunde liefern Hinweise auf die Wirksamkeit der Körperbildtherapie.

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